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Annafest 2009

Nach dem Annafest ist vor dem Annafest!

 

Annafest 2009 - eine Nachlese aus der Sicht eines hiesigen Taxifahrers, der die 10 tollen Tage hautnah miterlebte in den Straßenschluchten der "Stadt ohne Mitleid" wie unser Forchheim gerne genannt wird.

Es wurden einmal wieder Rekorde gebrochen, viele positive wie 1200 Bratwürste an einem Tag an einem Stand, der Bierausstoß nochmals gesteigert und die Besucherzahlen in schwindelnde Höhe getrieben, soweit zum Positiven.

Die Masse der Besucher waren durchweg friedlich und freute sich über die gute Musik, die Stimmung und das bunte Treiben. Die Vernunft war allenthalben gegenwärtig und so freuten sich auch Forchheim's Taxler über gute Umsätze.

Wie Ying und Yang so stellten sich zu den positiven Rekorden auch negative ein, und die sind es dich mich veranlassen diese Zeilen zu dokumentieren:

Forchheim hat ca 24 Taxen zuzüglich etwa ein Dutzend Mietwagen; unter normalen Umständen eher zuviel als zu wenig, nicht jedoch am Annafest. Ähnlich wie beim Oktoberfest wo ca. 4000 Taxen im Einsatz sind, haben wir in Forchheim das gleiche Problem: " Musik aus, mir gehn' ham" und hunderte wollen gefahren werden, jetzt gleich und am besten bis auf "Nemberch" ... sofern das Fahrtziel noch bekannt und irgendwie artikulierbar ist.

Am Besten rennen wir, sofern dies noch möglich den Berg runter, stürmen den Fuß der Piastenbrücke und werfen uns heldenhaft auf die nächst beste Motorhaube eines gelben Auto's mit den lustigen Dachlichtern und beschlagnahmen es, weil mir müssen ja "nei'n Paletti" ... ist das Taxi erobert, schaffen wir erst mal Platz für einen neuen Kasten Bier und 2 Schäufala und dies erledigen wir geschwind während der Fahrt, meist gelingt es uns vorher das Fenster mit geschmeidigen Bewegungen zu öffnen, oder auch nicht, die Betonung liegt hier auf nicht.

Mit glänzenden Augen und atemberaubendem Odem, die Bröckala noch vom Muskelshirt schnippend stürzen wir dann hinein auf dass die holde Weiblichkeit dahinschmelze vor diesem Helden... später dann, erneut berauscht aber auch frustiert vom fehlenden Jagdglück tappst der Held in Richtung Ausgang, zieht sein Handy aus dem Holster.. zwanzig andere Helden tuen es ihm gleich.. es kommt zum Showdown in der Bamberger Straße, angespannt versucht der Daumen den Druckpunkt der Tastatur zu finden um die komplizierte Kombination 1611 einzugeben.. manch einer schafft es, manch einer nicht und fällt verzweifelt auf die Knie zwischen Mc'Doof Tüten, die der Wind durch die Straßen der Stadt ohne Mitleid im Morgengrauen treibt.. gespenstisch beleuchtet durch das bizarre Blitzen der Blaulichter der Manschaftswagen der Bereitschaftspolizei...tja es es ist ungerecht, zwischen Fatamorganen von Taxi's springen fröhliche Menschen geschmeidig in die Taxis, irgendwas müssen diese anderen Kerle an sich haben, denkt der Held noch, was hat der das ich nicht hab ? Die Antihelden haben keinen Vollrausch und die besseren Mädels, das ist die weise Erkenntnis.

 

An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die vielen netten Gespräche, Witze und Anekdoten der großen Masse derer die einfach nur einen netten Abend am Annafest verlebten und es sich gegönnt haben bis vor die Türe gebracht zu werden.